Zwischen Dierhagen, Ahrenshoop und der Halbinsel Zingst verdienen viele Betriebe einen großen Teil ihres Jahresumsatzes in wenigen Monaten. Vermieter, Restaurants, Fahrradverleihe, Surf- und Kiteschulen kennen das: Im Sommer ist keine Zeit für Projekte, im Winter scheint es nicht dringend.
Genau dieser Rhythmus führt zu einem häufigen Fehler. Die neue Website wird im Frühjahr beauftragt und geht im Juni online. Bis Google sie richtig einordnet, ist die Hauptsaison vorbei. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie das vermeiden.
Warum eine neue Website Zeit braucht
Google muss eine Seite erst finden, abrufen und bewerten, bevor sie in den Ergebnissen erscheint. Google selbst gibt an, dass das Crawlen einer neuen Website einige Tage bis einige Wochen dauern kann. Und selbst wenn die Seite im Index ist, bedeutet das noch keine gute Platzierung.
Bei einem Relaunch kommt hinzu: Ändern sich Adressen, Inhalte oder Struktur, schwanken die Positionen oft eine Weile, bis die Suchmaschine die neue Fassung verstanden hat. Das ist normal, sollte aber nicht im Juli passieren.
Gäste planen früher, als man denkt
Viele Familien legen ihren Sommerurlaub an der Ostsee schon im Winter fest, oft gleich nach den Feiertagen. Wer dann nicht gefunden wird, verliert genau die Gäste, die lange bleiben und gut planbar sind.
Kurzentschlossene gibt es auch, vor allem für Wochenenden und die Nebensaison. Sie suchen aber meist mit dem Handy, oft schon unterwegs. Für sie zählt eine schnelle Seite mit sichtbarer Verfügbarkeit mehr als ein ausführlicher Text.
Ein realistischer Zeitplan
So planen wir Projekte für Betriebe mit Sommersaison. Die Monate sind Richtwerte, kein starres Raster.
| Zeitraum | Schritt | Warum jetzt |
|---|---|---|
| September-Oktober | Erstgespräch, Analyse, Konzept | Die Saison läuft aus, es gibt Zeit für Entscheidungen |
| Oktober-November | Fotos vor Ort, Texte, Gestaltung | Herbstlicht am Strand ist ideal, Gäste stören nicht |
| November-Dezember | Umsetzung, Test, Livegang | Google hat Zeit, die Seite kennenzulernen |
| Januar-März | Feinschliff, Google-Profil, erste Inhalte | Viele Gäste planen jetzt ihren Sommer |
| April-Oktober | Laufende Pflege, Belegung aktuell halten | Die Seite arbeitet, Sie kümmern sich um die Gäste |

Was bei einem Relaunch nicht verloren gehen darf
Eine alte Website hat oft mehr Wert, als man ihr ansieht. Unterseiten, die seit Jahren existieren, haben Verlinkungen und Platzierungen gesammelt. Wer sie beim Neubau einfach löscht, fängt bei null an.
- Bestehende Adressen möglichst beibehalten
- Wo sich Adressen ändern, dauerhafte Weiterleitungen (301) einrichten
- Seitentitel und Inhalte gut platzierter Seiten nicht ersatzlos streichen
- Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen
- In den Wochen danach Fehlerseiten und Positionen beobachten
Inhalte für die Zeit außerhalb der Saison
Wer nur für den Sommer schreibt, verschenkt die übrigen Monate. Die Region hat auch im Herbst und Winter Gründe für einen Besuch: Kranichzug im Herbst, leere Strände, Wanderungen durch den Darßwald, Kunst in Ahrenshoop. Seiten zu solchen Themen holen Gäste in Zeiten, in denen Betten sonst leer bleiben.
Für Betriebe, die ganzjährig arbeiten, etwa Praxen und Handwerker in Ribnitz-Damgarten, gilt der Saisonzwang weniger. Aber auch sie profitieren davon, Projekte in ruhigeren Monaten anzugehen, wenn Zeit für Fotos und Abstimmung bleibt.
Und wenn es schon Mai ist?
Dann lohnt sich ein ehrlicher Blick. Manchmal ist es klüger, die alte Seite für den Sommer gezielt zu verbessern, etwa bei Ladezeit, Fotos und Kontaktweg, und den Neubau im Herbst anzugehen. Ein halbfertiger Relaunch mitten in der Hauptsaison kostet oft mehr, als er bringt.
